(Nr. 19 - 1) Zur Frage der Phobie bei Freud

Für Freud stellt die Phobie noch keine eigene Form der Neurose dar, er betrachtete sie als Symptom, das sich in den verschiedensten neurotischen und psychotischen Störungen zeigen kann, ganz besonders aber als zentrales Symptom der Angsthysterie. Die Angsthysterie erlaubte ihm, die Sexualität ins Zentrum des phobischen Symptoms zu stellen und damit eine strukturelle Ähnlichkeit der Phobie zur Hysterie aufzuzeigen. In der „Analyse der Phobie eines fünfjährigen Knaben“ (Der kleine Hans) behandelte Freud 1909 eine Neurose, die er Angsthysterie nannte und deren zentrales Symptom die Phobie darstellt. In diesem Fall wird die Libido nicht im Konversionssymptom gebunden wie in der Hysterie, sondern als Angst frei auf externalisierte Objekte verschoben. Dass Tiere als phobische Objekte in der infantilen Neurose eine bedeutsame Rolle spielen hat Freud auch in anderen Fällen aufgezeigt: „Bemerkungen über einen Fall von Zwangsneurose“ (Der Rattenmann) und „Aus der Geschichte einer infantilen Neurose“ (Der Wolfsmann). Beim „kleinen Hans“ handelt es sich um eine Pferdephobie. Lektüre und gemeinsame Diskussion der „Analyse der Phobie eines fünfjährigen Knaben“ (Der kleine Hans) soll den pathogenetischen Mechanismus der Angsthysterie nach-zeichnen und  deutlich machen, wie Freud phobisches Verhalten im Rahmen einer Angsthysterie ableitet und seine Thesen von der infantilen Sexualität zu bestätigen sucht.

Veranstaltungs-Details

Datum, Uhrzeit 30.01.20, 19:00
Termin-Ende 30.01.20, 22:15
Anmeldestart 18.06.19
Stichtag, Anmeldungsende 16.01.20
Speaker Dipl.-Psych. Michael Maute
Ort John-Rittmeister-Institut
Dieser Termin ist nicht mehr buchbar
9
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen